Raspberry PI- Workshop für Grundschüler

Raspberry PI- Workshop für Grundschüler

Grundschulkinder in die Arbeitsweise eines Kleincomputers einführen, dieses Ziel hat der Kurs von Lehrer Klaus Armbruster zur Arbeitsweise des „Raspberry PI“ erreicht. Bis in die Sommerferien hinein fanden dazu an vier Samstagen Workshops an der Reutlinger Steinbeisschule (Gewerbliche Schule I) statt. Der Raspberry Pi ist kaum größer als eine Kreditkarte und wurde als Ein-Platinen-Computer 2012 auf den Markt gebracht, mit dem erklärten Ziel „jungen Menschen den Erwerb von Programmier- und Hardwarekenntnissen zu erleichtern.“ (Wikipedia) Entsprechend preiswert ist das Gerät, je nach Ausstattung ist das Gerätchen mit dem charakteristischen Himbeer-Logo schon ab etwa 5 Euro übers Internet zu haben.

Mit „Learning by doing“ wie bei den Pfadfindern ging es im Kurs von Klaus Armbruster los,bei der Endmontage des Raspberrys durch die Kinder, dem Verbinden mit Keyboard und einem Bildschirm. Verschiedene  Komponenten mussten auf der Hauptplatine noch befestigt werden. Unter anderem verklebten die Kinder kleine Kühlelemente, die die Hitze vom Prozessor ableiten helfen. Nachdem dies geschafft war, erklärte Kursleiter Armbruster den Kindern Schritt für Schritt den Aufbau der Hardware und des Betriebssystems. Ein komplexes Thema, das  aufgrund guter Erklärungen und eines anschaulichen Handoutes aber gut zu bewältigen war.

Zunächst wurde ein Lauftest durchgeführt um zu schauen, ob das Gerät richtig funktioniert: Laufen die Auswahlmenüs? Lassen sich Dateimanager - Verzeichnisse öffnen? Später ging es darum, Internet und WLAN einzurichten. Und in einem weiteren Schritt lernten die Kinder auch Downloadfunktionen kennen, zum Beispiel, wie man sich aus Internet-Bibliotheken  Spiele oder auch Videoclips herunterladen kann.  Dank eines übersichtlichen Handouts, in welchem die einzelnen Befehle und Anleitungen- zum Beispiel dazu, wie Programme installiert oder auch aktualisiert werden können-  nochmal zum Nachlesen aufgelistet waren, kamen die Kinder mit der Materie überraschend gut zurecht.  „Bis jetzt kam der Kurs sehr gut an“, so Kursleiter Klaus Armbruster nach dem dritten von  vier Workshops.  Ungewohnt, so Klaus Armbruster, sei für viele jedoch noch der Umgang mit der grafischen Oberfläche und  das Tippen von Befehlen auf einer Tastatur. Denn eigentlich alle der 10 Grundschülerinnen  und Grundschüler haben doch gerade erst vor drei, vier Jahren mit dem händischen Schreiben begonnen.

Die konzentrierte Arbeitsatmosphäre, in der sich die Kinder  von der Eduard-Spranger Grundschule, der Grundschule Hardt, der Sieben-Keltern-Schule Metzingen , der FES Reutlingen und der Gustav-Mesmer Grundschule Münsingen von Anfang an befanden war vielleicht auch dem angenehmen Ambiente des Workshops zu verdanken:  Unbürokratisch konnte einer der modern eingerichteten Computerräume der Steinbeisschule, in der die Schule sonst Schüler des TG, der Technikerschulen und Azubis aus dem IT-Bereich ausbildet, benutzt werden. Der Förderverein der FVS Reutlingen unterstützte die Durchführung des Kurses mit Geldmitteln.

Mathe - nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben.

Mathe - nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben.

Ein Gespräch mit Henrik Horstmann.

Vorbemerkung: Die Idee zu diesem Gespräch kam auf, weil der Interviewer letztes Schuljahr unmittelbar nach Henrik Horstmanns Matheunterricht im gleichen Klassenraum Unterricht hatte und immer wieder mit Erstaunen Modelle zur Veranschaulichung mathematischer Themen anschauen konnte, die es zur eigenen Schulzeit in den 80er Jahren so nicht gab.

Frage: Henrik, du arbeitest in deinem Unterricht viel mit Modellen. So habe ich das selbst nie im Matheunterricht erleben können.
Antwort: Die Materialien sollen eine Veranschaulichung von Mathe möglich machen. Durch etwas physisch Greifbares wird ein handlungsorientierter Umgang mit Mathe möglich. Man kann auch sagen, dass die Schüler sich durch Tun Mathe erschließen können. Zum Beispiel, wenn wir als Klasse gemeinsam einen Theodolit, das ist ein Vermessungsgerät, nehmen und die Fläche des Schulhofs vermessen.
Frage: Viele Schüler stehen mit Mathematik auf Kriegsfuß und kommen mit schlechten Noten, schlechten Erfahrungen - und deshalb leider oft nicht so arg motiviert- an unserer Schule an. Wie gehst du damit um?
Antwort: Der Wechsel an eine andere Schule ist oft eine ganz große Chance – es gibt einen Neuanfang. Diese Chance sollte genutzt werden. Eine Leistungsstanderhebung, wie sie oft nicht nur in Mathe am Anfang in Schulen stattfindet, finde ich persönlich eine Katastrophe. Man kriegt zwar raus, was die Schüler können, der Fokus ist aber oft viel zu defizitorientiert. Das demotiviert. Außerdem sind die Ergebnisse sowohl für Schüler als auch Lehrer weitestgehend vorhersagbar. Stattdessen sollten wir etwas Neues bieten, dass sowohl den Neuanfang herausstellt und gleichzeitig motivierend wirkt. Dabei sollte im Vordergrund stehen: Was kann der Schüler, die Schülerin? Was bringt er/sie schon mit?  Welche Kompetenzen sollte er noch entwickeln, welche will er von sich aus weiterentwickeln? Vor einiger Zeit war ich mit einer Delegation in Skandinavien. Das System in Finnland, in Schulen wie in Betrieben, hat ganz andere Ansätze in Bezug auf Bildung und berufsbezogene Kompetenzen als hier das unsere. Wie ich meine, auch für Deutschland interessante und gute Ansätze…

Frage: Wie könnte dann ein guter Neustart für Schüler ausschauen, die zu uns an die Schule wechseln?
Antwort: Ein Cut am Anfang ist gut. Denkbar ist es, mit etwas anzufangen, was sie vermutlich nicht kennen. Abstraktion ist ein Riesenproblem für viele Menschen, deswegen muss ma

n gerade unsere Schüler von der Veranschaulichung zur Abstraktion führen. Mathe ist per se erst mal abstrakt.
Frage: Was denkst du in diesem Zusammenhang über die verwendeten Lehrbücher?
Antwort: Ich betrachte Lehrbücher in erster Linie als Sammlung von Fachwissen. Das macht sie nicht unbedingt für den Unterricht geeignet. Es ist besser, eine Frage zu stellen, die sich dazu eignet das Interesse der Schüler an der Thematik zu wecken. Mathematik soll das logische Denken und die Abstraktionsfähigkeit fördern. Idealer Weise sollen die Schüler Zusammenhänge erkennen, nach Anwendungen fragen. Das ist zum Beispiel für Leute in Handwerksberufen wichtig.
Frage: Du hast selbst eine handwerkliche Ausbildung im Holzbereich.
Antwort: Richtig. Ein Tischler beispielsweise, der eine Küche für einen Kunden entwirft, muss oft nach individuellen Lösungen suchen und braucht ein hohes Abstraktionsvermögen. Aus der Zeichnung wird ja dann ein dreidimensionales Objekt, was passgenau gebaut sein soll. Und in dem Zusammenhang muss ein Handwerker dann noch viele Details bedenken, zum Beispiel, wie er dauerhafte Holzverbindungen für Schubladen und Schränke herstellt….
Frage: Wer Mathematik trainiert, trainiert also auch seine Problemlösekompetenz?
Antwort: Ja, Mathe ist auf jeden Fall ein super Gehirntraining. Formeln lernen jedenfalls ist in Mathe passe. Stattdessen muss Mathematik vom Schüler durchdrungen werden. Die Formeln müssen funktionieren, der Schüler soll aber auf jeden Fall auch lernen, Verknüpfungen herzustellen. Nimm zum Beispiel mal den Satz des Pythagoras:  a² + b² = c² .  Schüler sollen hinterfragen, ob das auch so stimmt… Gründe, Hintergründe für das Funktionieren eines Sachverhaltes müssen hinterfragt werden. Oder die „Mitternachtsformel“ zum Lösen quadratischer Gleichungen… Durch das Infrage stellen und Überprüfen kommt man von Mathe dann auch weg zu ganz anderen Themen, zum Beispiel zur Unterscheidung von „Faked News“ und wissenschaftlich belegten Tatsachen. Man lernt Aussagen nicht einfach hinzunehmen, sondern auf Plausibilität zu hinterfragen. Natürlich ist dazu auch ein Grundwissen in allen möglichen anderen Bereichen nötig.
Frage: Also ist mathematische Bildung unverzichtbarer Teil von Allgemeinbildung?
Antwort: Ja, Mathe ist wichtig fürs Leben.  Schüler fragen zwar immer „Wofür brauche ich das mal?“ Wenn man ausschließlich auf den beruflichen Werdegang schaut, spielen Inhalte aus der Oberstufe und teilweise auch der Mittelstufe oft keine Rolle. Wie schon gesagt, Mathe ist ein Gehirntraining, was unser abstraktes Denken fördert und, natürlich, auch unsere Allgemeinbildung. Je nachdem, was einer beruflich vorhat, kann Mathematik dann natürlich auch wieder sehr wichtig sein.
Frage: Für manche Berufsfelder ist Mathematik dann eher eine Hilfswissenschaft?
Antwort: Das mag für Ingenieure so sein- dort ist die Mathematik eine unverzichtbare Hilfswissenschaft. Mathe soll in den Techniken weiterhelfen. Allerdings wird Mathematik an sich als Geisteswissenschaft betrieben. Dabei spielen Anwendungen keine Rolle. Allerdings ergeben sich oftmals unabhängig alltägliche Anwendungsfälle für Mathematik, die uns im täglichen Leben gar nicht so bewusst sind.
Frage: Zum Beispiel?
Antwort: Beispielsweise hat sich der Mathematiker Leonhard Euler vor zweihundertfünfzig Jahren rein interessehalber mit Primzahlen beschäftigt. Weil diese Zahlen für ihn interessant waren. Also reine Geisteswissenschaft. Heute sind Primzahlen superwichtig bei Verschlüsselungsverfahren. Also angewandte Mathematik. Und da gibt es viele Beispiele mehr.
Frage: Wird Mathe gefunden oder erfunden?
Antwort: Das lässt sich nicht allgemein Beantworten. Ich vertrete den Standpunkt, dass Mathematik gefunden, nicht erfunden wird! Es gibt einige Festlegungen in Mathe, die sogenannten Axiome. Alles andere wird daraus gefolgert.
Frage: Henrik, zum Schluss unseres interessanten Gesprächs noch eine Frage an den Referendarausbilder Horstmann: Hast du einen Tipp für junge Kolleginnen und Kollegen?
Antwort: Gut ist es, Lernsituationen zu schaffen, die Schüler zum Nachdenken anregen und die es Schülern ermöglichen, sich konstruktives mathematisches Wissen anzueignen.

- Vielen Dank für dieses Gespräch! –

Mathe - nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben.

Ein Gespräch mit Henrik Horstmann.

Vorbemerkung: Die Idee zu diesem Gespräch kam auf, weil der Interviewer letztes Schuljahr unmittelbar nach Henrik Horstmanns Matheunterricht im gleichen Klassenraum Unterricht hatte und immer wieder mit Erstaunen Modelle zur Veranschaulichung mathematischer Themen anschauen konnte, die es zur eigenen Schulzeit in den 80er Jahren so nicht gab.

Frage: Henrik, du arbeitest in deinem Unterricht viel mit Modellen. So habe ich das selbst nie im Matheunterricht erleben können.
Antwort: Die Materialien sollen eine Veranschaulichung von Mathe möglich machen. Durch etwas physisch Greifbares wird ein handlungsorientierter Umgang mit Mathe möglich. Man kann auch sagen, dass die Schüler sich durch Tun Mathe erschließen können. Zum Beispiel, wenn wir als Klasse gemeinsam einen Theodolit, das ist ein Vermessungsgerät, nehmen und die Fläche des Schulhofs vermessen.

Frage: Viele Schüler stehen mit Mathematik auf Kriegsfuß und kommen mit schlechten Noten, schlechten Erfahrungen - und deshalb leider oft nicht so arg motiviert- an unserer Schule an. Wie gehst du damit um?
Antwort: Der Wechsel an eine andere Schule ist oft eine ganz große Chance – es gibt einen Neuanfang. Diese Chance sollte genutzt werden. Eine Leistungsstanderhebung, wie sie oft nicht nur in Mathe am Anfang in Schulen stattfindet, finde ich persönlich eine Katastrophe. Man kriegt zwar raus, was die Schüler können, der Fokus ist aber oft viel zu defizitorientiert. Das demotiviert. Außerdem sind die Ergebnisse sowohl für Schüler als auch Lehrer weitestgehend vorhersagbar. Stattdessen sollten wir etwas Neues bieten, dass sowohl den Neuanfang herausstellt und gleichzeitig motivierend wirkt. Dabei sollte im Vordergrund stehen: Was kann der Schüler, die Schülerin? Was bringt er/sie schon mit? Welche Kompetenzen sollte er noch entwickeln, welche will er von sich aus weiterentwickeln? Vor einiger Zeit war ich mit einer Delegation in Skandinavien. Das System in Finnland, in Schulen wie in Betrieben, hat ganz andere Ansätze in Bezug auf Bildung und berufsbezogene Kompetenzen als hier das unsere. Wie ich meine, auch für Deutschland interessante und gute Ansätze…

Frage: Wie könnte dann ein guter Neustart für Schüler ausschauen, die zu uns an die Schule wechseln?
Antwort: Ein Cut am Anfang ist gut. Denkbar ist es, mit etwas anzufangen, was sie vermutlich nicht kennen. Abstraktion ist ein Riesenproblem für viele Menschen, deswegen muss man gerade unsere Schüler von der Veranschaulichung zur Abstraktion führen. Mathe ist per se erst mal abstrakt.

Frage: Was denkst du in diesem Zusammenhang über die verwendeten Lehrbücher?
Antwort: Ich betrachte Lehrbücher in erster Linie als Sammlung von Fachwissen. Das macht sie nicht unbedingt für den Unterricht geeignet. Es ist besser, eine Frage zu stellen, die sich dazu eignet das Interesse der Schüler an der Thematik zu wecken. Mathematik soll das logische Denken und die Abstraktionsfähigkeit fördern. Idealer Weise sollen die Schüler Zusammenhänge erkennen, nach Anwendungen fragen. Das ist zum Beispiel für Leute in Handwerksberufen wichtig.

Frage: Du hast selbst eine handwerkliche Ausbildung im Holzbereich.
Antwort: Richtig. Ein Tischler beispielsweise, der eine Küche für einen Kunden entwirft, muss oft nach individuellen Lösungen suchen und braucht ein hohes Abstraktionsvermögen. Aus der Zeichnung wird ja dann ein dreidimensionales Objekt, was passgenau gebaut sein soll. Und in dem Zusammenhang muss ein Handwerker dann noch viele Details bedenken, zum Beispiel, wie er dauerhafte Holzverbindungen für Schubladen und Schränke herstellt….

Frage: Wer Mathematik trainiert, trainiert also auch seine Problemlösekompetenz?
Antwort: Ja, Mathe ist auf jeden Fall ein super Gehirntraining. Formeln lernen jedenfalls ist in Mathe passe. Stattdessen muss Mathematik vom Schüler durchdrungen werden. Die Formeln müssen funktionieren, der Schüler soll aber auf jeden Fall auch lernen, Verknüpfungen herzustellen. Nimm zum Beispiel mal den Satz des Pythagoras: a² + b² = c² . Schüler sollen hinterfragen, ob das auch so stimmt… Gründe, Hintergründe für das Funktionieren eines Sachverhaltes müssen hinterfragt werden. Oder die „Mitternachtsformel“ zum Lösen quadratischer Gleichungen… Durch das Infrage stellen und Überprüfen kommt man von Mathe dann auch weg zu ganz anderen Themen, zum Beispiel zur Unterscheidung von „Faked News“ und wissenschaftlich belegten Tatsachen. Man lernt Aussagen nicht einfach hinzunehmen, sondern auf Plausibilität zu hinterfragen. Natürlich ist dazu auch ein Grundwissen in allen möglichen anderen Bereichen nötig.

Frage: Also ist mathematische Bildung unverzichtbarer Teil von Allgemeinbildung?
Antwort: Ja, Mathe ist wichtig fürs Leben. Schüler fragen zwar immer „Wofür brauche ich das mal?“ Wenn man ausschließlich auf den beruflichen Werdegang schaut, spielen Inhalte aus der Oberstufe und teilweise auch der Mittelstufe oft keine Rolle. Wie schon gesagt, Mathe ist ein Gehirntraining, was unser abstraktes Denken fördert und, natürlich, auch unsere Allgemeinbildung. Je nachdem, was einer beruflich vorhat, kann Mathematik dann natürlich auch wieder sehr wichtig sein.

Frage: Für manche Berufsfelder ist Mathematik dann eher eine Hilfswissenschaft?
Antwort: Das mag für Ingenieure so sein- dort ist die Mathematik eine unverzichtbare Hilfswissenschaft. Mathe soll in den Techniken weiterhelfen. Allerdings wird Mathematik an sich als Geisteswissenschaft betrieben. Dabei spielen Anwendungen keine Rolle. Allerdings ergeben sich oftmals unabhängig alltägliche Anwendungsfälle für Mathematik, die uns im täglichen Leben gar nicht so bewusst sind.

Frage: Zum Beispiel?
Antwort: Beispielsweise hat sich der Mathematiker Leonhard Euler vor zweihundertfünfzig Jahren rein interessehalber mit Primzahlen beschäftigt. Weil diese Zahlen für ihn interessant waren. Also reine Geisteswissenschaft. Heute sind Primzahlen superwichtig bei Verschlüsselungsverfahren. Also angewandte Mathematik. Und da gibt es viele Beispiele mehr.

Frage: Wird Mathe gefunden oder erfunden?
Antwort: Das lässt sich nicht allgemein Beantworten. Ich vertrete den Standpunkt, dass Mathematik gefunden, nicht erfunden wird! Es gibt einige Festlegungen in Mathe, die sogenannten Axiome. Alles andere wird daraus gefolgert.

Frage: Henrik, zum Schluss unseres interessanten Gesprächs noch eine Frage an den Referendarausbilder Horstmann: Hast du einen Tipp für junge Kolleginnen und Kollegen?
Antwort: Gut ist es, Lernsituationen zu schaffen, die Schüler zum Nachdenken anregen und die es Schülern ermöglichen, sich konstruktives mathematisches Wissen anzueignen.

- Vielen Dank für dieses Gespräch! -

Wer bin ich? - Einer und doch viele! Viele und doch Einer!

Gelungene Aufführung einer „Steppenwolf“ -Adaption nach Hermann Hesse an der Reutlinger Steinbeis-Schule.

Eine Bühne, karg und nur in Weiß gehalten. Harry Haller, Protagonist von Hermann Hesses Roman „Steppenwolf“ (1927) – schlüpft aus seinem Wolfspelz heraus auf die Bühne, in Weiß gekleidet. Schauspieler Julian König vom „Mobilen Theater“ aus Karlsruhe spielte Haller in dieser geschlossen Aufführung für die Schülerinnen und Schüler der Steinbeisschule am gestrigen Dienstag mit großer Intensität. Mit der Uniformität des Bühnenbilds, so erläuterte es König, wolle der Regisseur die Zerrissenheit und Einsamkeit Hallers deutlich machen. Hermann Hesse (1877 bis 1962) schrieb seinen Roman „Der Steppenwolf“ Mitte der 20er Jahre in einer seiner Lebenkrisen: 50- jährig  war er immer noch ein Suchender nach dem „Sinn des Lebens“, hatte eine gescheiterte Ehe hinter sich, gab sich dem Alkohol zeitweise im Übermaß hin, suchte Heilung von Sucht, aber auch einer komplexen, ihn verstörenden Welt  in Sanatorien. Harry Haller, der einsame „Steppenwolf“ des Romans, war sicher ein Stück weit Hesses „Alter ego“.  

Regisseur Thorsten Kreilos hat es zusammen mit Schauspieler Julian König geschafft, Hesses Roman von etwa siebeneinhalb Stunden Lesezeit auf etwa 60 Minuten Bühnenspiel zu verdichten. Dank moderner Video- und Projektionstechnik, die vom Theaterteam virtuos beherrscht und genutzt wurde, gelang es der Aufführung in der Aula der  Reutlinger  Steinbeisschule (Gewerbliche Schule I)  die Zuschauer mit auf eine Reise Hallers zu nehmen,  die diesen mit verschiedenen Facetten seines Ich, seiner eigenen Persönlichkeit, konfrontierte.

Da ist einerseits die Einsamkeit Hallers, die er zwar selbst gewählt hat, aber unter der er doch zu leiden scheint: „Einsamkeit ist Unabhängigkeit. Ich hatte sie mir gewünscht in langen Jahren.“ Dann wiederum die Idee, das lästige irdische Dasein mit Hilfe eines Rasiermessers zu beenden. So wie Goethes Faust seine „liebliche Phiole“ voller Gift begrüßt und nur durch das Glockengeläut am Ostermorgen vom Selbstmord abgehalten wird, sinniert auch der „Steppenwolf“ über die Möglichkeit des Freitodes. Er wünscht sich, vielleicht gerade dadurch, Unsterblichkeit. Aber er muss erkennen:

„Ich bin nicht bei den Unsterblichen, noch nicht. Ich bin noch immer im Diesseits der Rätsel, der Leiden, der Steppenwölfe und der qualvollen Verwicklungen.“ Noch ist es also für Haller zu früh, von der irdischen Bühne abzutreten. Anders als Mozart, der ihm als Musterbeispiel für einen Unsterblichen gilt, erreicht Haller diese Unsterblichkeit nicht. Stattdessen erlebten die Schüler gemeinsam mit Haller, dem „Steppenwolf“, seine Begegnungen mit den Teilen seines noch nicht gelebten Ichs. Zum einen mit dem Saxofonisten Pablo, der für das musische Element stand. Zum anderen mit Maria, mit welcher Haller lustvolle erotische Freuden erlebt. Mit seinem Jugendfreund Gustav. Und natürlich mit der androgynen Hermine, ebenfalls Teil seines ungelebten Lebens.  Hermann Hesses eigene Sinnsuche blitzt in den für das Stück ausgewählten Zitaten immer wieder auf. „Intensiv leben! So richtig! Das kann man nur auf Kosten des Ich- Der Bürger aber schätzt nichts höher ein als das Ich“ – das bürgerliche Leben mit all seinen Konventionen, ein Problem für den „einsamen Steppenwolf“ Hesse in vielen seiner Lebensphasen, ob Calw, Basel, Gaienhofen oder auch Montagnola.

Alle auf Video, Monitor oder als Leinwandprojektion zu sehenden Rollen, die neben dem auf der Bühne live agierenden Schauspieler Julian König zu sehen waren, waren zuvor auch von diesem eingespielt und eingesprochen worden.  Die Schwierigkeit dabei, so beantwortete König bei der Nachbesprechung des Stücks eine Schülerfrage, bestand darin, auf der Bühne so präzise zu agieren, dass Liveauftritt und Monitoraufnahme genau zueinander passten. Schwerpunkt und Höhepunkt der Aufführung, mit der das „Mobile Theater“ Karlsruhe seit Frühjahr 2018 schon an vielen Schulen unterwegs war, war Harry Hallers Besuch des „Magischen Theaters“. Schon an der Eingangstüre zu diesem Magischen Theater heißt es „Eintritt nur für Verrückte“. Dekonstruktion und Rekonstruktion, also das Zerlegen und Wieder-Zusammensetzen der Persönlichkeit wurden sehr schön deutlich. So sagt es Haller im Magischen Theater selbst: „Meine Persönlichkeit war aufgelöst wie Salz im Wasser.“ Bühnentechnisch genial umgesetzt, wurde Haller durch kaleidoskopartige Spiegel mit den vielen Facetten seines Ichs konfrontiert. Hierdurch wurde seine Zerrissenheit auf geradezu plastische Weise anschaulich gemacht.  Wer bin ich? – Einer und doch viele! Die Gespaltenheit des Menschen, so gibt es uns Harry Haller alias Hermann Hesse alias der Steppenwolf aber auch mit auf dem Weg, ist etwas ungemein Schöpferisches: „Schizophrenie ist der Anfang aller Kunst, aller Phantasie.“

Großer Applaus für eine sehr gelungene, atmosphärisch dichte, anspruchsvolle Vorstellung in der Aula der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule am Schluss des Stückes. Ermöglicht wurde die Aufführung des Theaters -das nicht staatlich subventioniert wird- durch das Engagement von Deutschlehrerin Kristina Hütter-Künstle, dem Förderverein der Steinbeisschule und einer Zuwendung der Kreissparkasse Reutlingen.

Theateraufführung „Der Steppenwolf“- Ein Interview mit Deutschlehrerin Kristina Hütter-Künstle

Wie kam diese interessante Aufführung an unserer Schule zustande?

KHK: „Unsere Schule versucht neue Wege zu gehen, um für unsre Schüler, die ja an einer technischen Schule und nicht an einem allgemeinbildenden Gymnasium sind, Zugänge zur Literatur zu schaffen. Eher technikaffine Schülerinnen und Schüler, so wie bei uns, sind oft nicht so geisteswissenschaftlich geschult -oder interessiert-  wie die Schüler an einem allgemeinbildenden Gymnasium. Nachdem ich einen Flyer gesehen hatte, folgte ein Telefonat mit dem Schauspieler, und dann lief die Organisation der Aufführung seit dem Juli letzten Jahres an.“

Wie wurden die SuS auf die Aufführung vorbereitet?

KHK: „Durch eine systematische Werkanalyse. Darüber hinaus waren wir mit den Schülern auch schon im Landestheater Tübingen (LTT) und im Stuttgarter Staatstheater. Da gab es Theaterstücke zu den Abi-Pflichtlektüren: in Tübingen Goethes „Faust I“, in Stuttgart den „Goldenen Topf“ von E.T.A. Hoffmann. Mit den Theaterbesuchen haben wir versucht, den Schülern einen anderen – visuellen und akustischen - Zugang zu den Texten zu ermögliche. Der Besuch der drei Theateraufführungen ist auch im Hinblick auf den Werksvergleich, der im Abitur verlangt wird, hilfreich.

Inwiefern ist das Theaterstück eine Hilfe?

KHK: „Schüler haben heute andere Sehgewohnheiten, die durch das Internet geprägt sind. Die meisten waren vielleicht noch nie im Theater. In unserem Fall kommt das Theater zu uns in die Aula, direkt zum Schüler. Da ist die Hemmschwelle niedriger. Auch schwächere Schüler werden auf ihrem Niveau abgeholt.“

Wie fanden die Schüler das Stück? Welche Rückmeldungen gab es?

KHK: „ Das Spiel des Schauspielers Julian König fanden die Schauspieler toll. Ebenso die Verzahnung von Technikeinsatz, Projektor und Monitor- mit der Bühnenhandlung. Dadurch, dass die Interpretation des Stückes speziell für Schüler konzipiert war, fanden viele die Darstellung hilfreich und überzeugend.“

Was war für die Schüler, trotz aller schauspielerischen Leistung, immer noch schwierig?

KHK: „Die Schwierigkeit beim Verständnis des „Steppenwolf“ liegt nicht in der Sprache. Die ist einfach. Aber das Buch ist langwierig, Teile wie das „Magische Theater“ sind komplett surreal. Man muss begreifen, dass eine Figur wie Hermine die Mittlerin für den Protagonisten Harry Haller ist, sie führt ihn in die Welt des „Magischen Theaters“ ein. Im „Steppenwolf“ geht es um die Probleme eines 50-Jährigen in der Midlife-Crisis, der für sich ursprünglich beschlossen hat, mit dem 50.Geburtstag sein Leben durch Selbstmord zu beschließen. Diese Thematik ist von der Lebenswelt unserer TG-Schüler, nun ja, einigermaßen weit weg und man kann die Relevanz schon hinterfragen…“

Welche Hilfestellung haben die Schüler beim Lesen des Buches bekommen, auch als Vorbereitung auf die Aufführung?

KHK: „Für die Schüler gab es einen Leseplan, der die eigenständige Lektüre strukturieren und erleichtern sollte. Für eine fundierte Analyse und Interpretation von Textstellen etc. ist es unerlässlich, dass der Text einigermaßen im Hirn verankert ist.“

Laura Maurer hilft Mittelstufenschülern auf die Sprünge

Mit neuem Konzept erfolgreich fördern - Freiwilliges Soziales Jahr an der Steinbeisschule

Laura Maurer hilft Mittelstufenschülern auf die Sprünge

Um es gleich am Anfang zu sagen: nein, Laura Maurer hat derzeit nicht vor, Lehramt zu studieren. Die Neunzehnjährige mit den blonden Haaren und dem offenen Lachen zieht es in Richtung Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen. Das ist für Abiturientinnen, die vom Technischen Gymnasium der Reutlinger Steinbeis-Schule kommen, nichts Ungewöhnliches. Nach einem Abitur dort, mit dem sie „sehr zufrieden“ war, hat sich Laura entschieden, das Angebot der Schule, als FSJlerin Schüler mit Nachhilfe in Fächern wie Mathe und Naturwissenschaften zu unterstützen, angenommen. Darüber hinaus hilft sie bei Bedarf aber auch anderweitig, etwa beim Schreiben von Bewerbungen. Zudem ist sie bei einem Förderprogramm der Paula-und Wilhelm-Winkler -Stiftung  für Schüler der Mittelstufe  als Betreuerin und Begleiterin dabei. Bis zum Ende dieses Schuljahres ist sie für die Schüler da.

Zu diesen Schülern - so erklären es Schulleiter Dominik Kugler und Abteilungsleiter Stefan Kiem-   gehören junge Leute aus allen Schularten von der Hauptschule bis hin zu mittleren Bildungsabschlüssen sowie auch Schüler des VAB- der „Vorqualifizierung Arbeits- und Berufsleben“.  Die Mittelstufe ist eine, so erläutert es ihr Leiter Stefan Kiem, ziemlich heterogene Schülergruppe, für die der Übergang von der Schule ins Berufsleben oft schwer sei.  Denn die Schüler kämen oft aus ländlichen Gegenden mit kleineren Schulen, die sich an der im Vergleich dazu großen Ferdinand-von-Steinbeis-Schule erst einmal zurecht finden müssten.  Zudem gäbe es oft große Unterschiede bei den schulischen Leistungen und auch beim Sozialverhalten.

Die Idee zur Einrichtung einer FSJ-Stelle, die jetzt Laura Maurer  mit viel Engagement ausfüllt, kam, so Dominik Kugler, aus der Umstrukturierung der Abteilungen an der Steinbeisschule  und  sei eine der Antworten der Schule auf die pädagogischen Herausforderungen, die sich heute im Schulleben stellen. Die Steinbeisschule ist derzeit die einzige gewerbliche Schule mit einer FSJ-Stelle in ganz Baden-Württemberg. Finanziert wird die vorerst für die nächsten fünf Jahre gesicherte Stelle nicht vom Landkreis Reutlingen als Schulträger, sondern aus Mitteln des Fördervereins der Schule sowie aus Geldern der  Paula -und Wilhelm- Winkler-Stiftung. Für das Pilotprojekt wird Laura an insgesamt 25 Seminartagen, so wie alle anderen jungen Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten möchten, pädagogisch geschult.

„Einen typischen Tag? Den gibt es nicht.“, meint Laura Maurer. Es werde nie langweilig. Zu den Schülern, die sie betreut, hat sie, weil sie kaum älter als ihre Klientel ist, einen guten Draht. Luca Fabiano—Dreher und Maximilian Chart, 17 und 16 Jahre alt, aus der Zweijährigen Berufsfachschule Elektro bestätigen das. Durch Lauras geduldige Hilfe hat sich Luca  in Mathe von einer „4“ auf Note „2“ verbessert. Maximilian hatte große Probleme in Physik , jetzt steht er auf „1,5“. Die FSJ-Stelle hat sich für Schüler, die bereit waren, das niederschwellige, kostenlose Hilfsangebot der FVS anzunehmen, also schon ausgezahlt. 

Schulleiter Kugler betont, wie wichtig es sei, Schüler immer wieder zu motivieren, ihnen Mut zu machen, Chancen zu geben.  Auch da sei Lauras Arbeit sehr wichtig. Denn letzten Endes, so Kugler, „dienen alle schulischen Fördermaßnahmen dazu, Schüler mit guten Perspektiven zum erfolgreichen Schulabschluss zu bringen, ihnen zu einem Abschluss mit optimalen Anschlussperspektiven zu verhelfen.“ Auch nach Laura Maurers Zeit  im Freiwilligen Sozialen Jahr wird das erfolgreiche Konzept weitergeführt, nach potentiellen Nachfolgern für Laura schaut man sich an der Schule bereits um.

Abdou startet durch

Die Akzeptanz von Geflüchteten, die nach Deutschland gekommen sind lebt auch von Erfolgsgeschichten. Eine solche Geschichte können Abdou Boye aus Gambia und seine Lehrer von der Reutlinger Ferdinand-von-Steinbeis-Schule erzählen. Denn Abdou hat dort auf der Berufsschule gerade seine Abschlussprüfung als Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik erfolgreich absolviert.

Über die Schweiz ist Abdou 2015 nach der Erstaufnahme beim Karlsruher Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach Reutlingen gekommen. Vorher hatte er in Serekunda, der größten Stadt Gambias, gelebt. „Aber“, so sagt er, „da gibt’s  nix“. In Serekunda hat er auch schon erste Erfahrungen mit Elektrik und Elektroinstallationen gemacht.. Dankbar ist er der Reutlinger Firma Butterstein Elektro über die Chance, die ihm der Inhaber gegeben hat. Das war auch für Abdou der typische Weg, wie man als interessierter junger Mensch heutzutage an eine Stelle kommen kann: sich bei einem Praktikum geschickt zeigen und sich dann im Anschluss, während der Ausbildung, durch Fleiß, Lernwilligkeit und Zuverlässigkeit bewähren.

Hier in Reutlingen lebt Abdou in einem Zimmer, das er selbst bezahlt. In seiner Freizeit spielt er liebend gerne Fußball und fährt Fahrrad, oder er trifft sich mit Freunden- Deutschen und Afrikanern. Er wird von Ehrenamtlichen unterstützt. Eine davon ist Cathy Hammer, Lehrerin am Reutlinger Kepler - Gymnasium. Per Zufall hatte sie Abdou im Herbst 2015 getroffen, kurz vor ihrer zweiten Elternzeit. Gemeinsam mit ihrem Mann half sie Abdou bei der Wohnungssuche, sie sagt, das sei „schwierig“ gewesen. Aber ihre Erfahrung mit Behörden ist, dass Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist: „Das meiste funktioniert übers Miteinander-Reden.“ Heute hat Abdou bei Familie Hammer Familienanschluss, er gehört einfach mit dazu. Es ist ein Geben und Nehmen, die Hammers helfen ihm bei der Sprache und bei Formalitäten, er hilft im Garten, bei kleinen Reparaturen, spielt mit den Kindern. Gemeinsam hat die Familie ihm bei der Prüfungsvorbereitung geholfen. Cathy Hammer freut sich, daß Abdou gute Chancen auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung hat, nicht zuletzt wegen des erfolgreichen Schulabschlusses.

Auf der Schule, so gibt Abdou zu, war es nicht immer ganz leicht für ihn, denn Deutsch ist für Ausländer eine schwierige Sprache, die nicht einfach zu erlernen ist. Aber auf die Lehrer an der Steinbeis-Schule läßt Abdou nichts kommen:

„Die Lehrer dort hatten immer ein offenes Ohr für mich. Bei Fragen hatten sie die Zeit, mir die Dinge langsam und verständlich zu erklären.“ Im Gegensatz dazu gäbe es in Gambia fast nur Theorie, die Praxis in Gambia fehle. „Die Leute in Gambia wissen nicht so viel wie ihr hier in Deutschland. It`s a total fail.“ Ein Elektriker dort wisse oft nur, wie man eine Wechselschaltung für zwei Lampen baue, nicht viel mehr.

Trotzdem möchte Abdou in ein paar Jahren wieder nach Gambia zurück. Er findet Photovoltaik sehr spannend und möchte dort Häuser damit ausrüsten.  Außerdem leben seine Mutter und eine Schwester noch dort. Bis dorthin möchte er bei der Firma Butterstein Elektro bleiben. Und er hat zum Schluss noch eine Bitte an die Politiker:

„Bitte baut Schulen in Gambia und hört auf, nur Geld nach Afrika zu schicken. Geld schicken, das hilft nicht, das landet alles nur in einer Tasche.“

Zweiter Tag der Technik 2019

Schweißen, Schalten, Tüfteln, Bauen- Zweiter „Tag der Technik“ an der FVS Reutlingen

Moritz Lamparter hat 2017 sein Abitur an der Steinbeis-Schule gemacht. Danach, so sagt der Einundzwanzigjährige , wusste er erst nicht so recht, was er tun solle. Da kam das Angebot eines Fachabteilungsleiters, beim Finden eines Ausbildungsplatzes zu helfen, gerade recht.  Schließlich bekam Lamparter eine Einladung sich beim Reutlinger Strickmaschinenhersteller STOLL zu bewerben.  Hier ist er im 2.Jahr als Azubi zum Elektroniker für Geräte und Systeme. „Die Ausbildung bei STOLL ist anspruchsvoll, das Betriebsklima passt“. Andere Azubis vor ihm haben einen 3-D Drucker gebaut, mit Teilen alter Strickmaschinen. Lamparter und sein Kollege Jonas Grauer erklären, dass sich an so einem Drucker alles, was in der Ausbildung wichtig sei, üben lasse:  Der Bau mechanischer Komponenten an Dreh- und Fräsmaschinen, hydraulische  und pneumatische Teile, die elektronische Steuerung. Alles das lernen die Azubis in verschiedensten Ausbildungsberufen bei der Firma STOLL.  Nach der Ausbildung könnte Lamparter vermutlich bei STOLL bleiben, denn die Übernahmechancen sind zur Zeit ziemlich gut. Vielleicht setzt er aber auch noch ein Ingenieurstudium drauf. Abgesehen davon ist die Firma STOLL eines der Unternehmen, die ein duales Studium anbieten- das hat den Vorteil, dass man sich, da man sein Gehalt bekommt, keine Sorgen um die Finanzierung machen muss.
Sarah Eberwein und Viktoria Eissler sind im ersten Jahr ihrer Ausbildung zur KFZ-Mechatronikerin. Sarah ist über ein einwöchiges Praktikum in der Realschule ans Auto gekommen und arbeitet für eine Volvo-Werkstatt.  Ihr Lieblingsauto in der modern ausgestatteten KFZ-Lehrwerkstatt der FVS ist ein silberner Mercedes Benz.  Viktoria dagegen zeigt auf einen schicken, ebenfalls silber-metallic-farbenen Audi. „Fehlersuche und Diagnostik“ findet Eberwein am spannendsten.  Herausfinden, wo es klemmt und dann Reparaturmaßnahmen durchführen. Die teilweise doch anstrengende Arbeit in der Werkstatt schreckt sie nicht, sie findet es schade, dass es im ersten Lehrjahr vier Berufsschultage sind und sie nicht häufiger im Betrieb mitarbeiten kann. Aber das würde sich schon im nächsten Jahr ändern. Als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten sei für sie kein Problem, sie sei im Betrieb „voll akzeptiert“. Man merkt ihr die Freude an ihrem Beruf tatsächlich an. Und sie hat auch keine Angst, durch die verstärkt kommende Elektromobilität eines Tages ihren Job zu verlieren, Elektromobilität sei eher eine Ergänzung und da „muss man sich fortbilden.“ Außerdem sei es ja nicht so, dass von heute auf morgen plötzlich alle Autos mit Verbrennungsmotoren nicht mehr da seien.
Das waren nur ein paar Beispiele von jungen Leuten, die sich und ihre Ausbildungsberufe am Tag der Technik am 6.Juni in der Steinbeisschule präsentierten. Insgesamt waren es etwa 350 Gäste, die an diesem Donnertag vor Pfingsten den Weg ins Schulgebäude und die Werkstätten fanden, um sich bei den etwa zwei Dutzend anwesenden Firmen über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Die schulischen Mitmachangebote  zum Bau eines Handyhalters aus Metall, die Möglichkeit zum Schweißen im Schweißraum, die Besichtigung der I4.0-Anlage oder auch ein kühles, mit Stickstoff hergestelltem Eis

Discover Industry Truck Januar 2018

Coaching4Future

der Impulsgeber wieder an unserer Schule

„Als Entscheidungshilfe bei der Berufswahl ist das hier schon sehr hilfreich“,sagt Linus Kirschbaum aus der 2 BKI 1/1. Zusammen mit seiner Klasse und Fachlehrer Bernd Baisch schaut er sich das Programm zur Förderung der MINT-Fächer in dem großen Truck vor der KFZ-Werkstatt der Steinbeisschule an.

Kurz nach den Weihnachtsferien, am 22. und 23.Januar 2018, besuchte die Initiative des Gesamtverbandes Südwestmetall und der Baden-Württemberg –Stiftung unsere Schule. An verschiedenen Stationen lernten die Schülerinnen und Schüler im Ausstellungstruck modellhaft die Arbeitsweise verschiedener moderner Technologien kennen. So konnten sie mit einem Scanner ein Hologramm eines Kopfes am Computerbildschirm erstellen, an einer anderen Station einen Roboter auf Effizienz programmieren . Auch konnten sie beobachten , wie ein 3-D –Drucker aus Kunstoff Schicht um Schicht Yoda, den kleinen grünen Yedi-Ritter aus der Science-Fiction Serie „StarWars“, zum Leben erweckte.

Bis vor einigen Jahren waren viele Technologien, die im Truck vorgestellt werden, tatsächlich noch Science-Fiction. Beim zweiten Teil des Programms im Obergeschoss des Trucks stellten die Mitarbeiter der Initiative „Coaching 4Future“ dann die Bedeutung von Mathe und Naturwissenschaften für die Verwirklichung technologischer Entwicklungen heraus. Manchem Schüler war gar nicht bewusst, wie hoch die Anteile von Mathe, Physik und Informatik in den technischen Studiengängen tatsächlich sind. Der Besuch im Truck jedenfalls hat den Schülern der 2BKI 1/1 dazu die Augen geöffnet: Die MINT –Fächer seien von ihm „ Net unbedingt gemocht, aber superwichtig“, so der abschliessende Kommentar eines Schülers zur Bedeutung der MINT-Fächern für seinen schulischen und beruflichen Erfolg .

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Breite 150                   Discover Industry Truck

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Blick in die zukunft

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            ein neuer Kollege

Schachturnier 2015 der Vollzeit-Steinbeisschüler

An der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule fand zum ersten Mal ein Schachtunier statt. Schach fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit der Schüler. Und so ist es wenig verwunderlich, wenn Herr König bei der Preisverleihung betonte: „Wer gut Schach spielen kann ist in der Regel auch in der Schule gut.“

Bei dem von einigen Kollegen des Lehrerkollegiums initiierten Wettstreits zeigten Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten ihre Fähigkeiten im kombinatorischen Denken. Jeder Schüler musste gegen jeden Teilnehmer spielen und hatte für alle Züge nur acht Minuten Bedenkzeit. Der Wettkampf blieb bis zur letzten Partie spannend und nervenaufreibend. Den ersten Platz belegte Roman Styzjuk. Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden mit Buchgutscheinen einer Reutlinger Buchhandlung belohnt.

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BMW-Übergabe

Modernste Automobiltechnik für die Steinbeisschule (2011)

Wichtige BMW Vertreter zu Besuch in der Steinbeisschule – und sie kamen nicht mit leeren Händen.

Neben Joachim Mühleisen von BMW  ließ es sich auch Frank Menton, Geschäftsführer des Menton Automobilcenters, nicht nehmen, ein mit neuester Technik ausgestattetes 128i Cabrio von BMW an die Steinbeisschule als Spende zu übergeben. Auf der Seite von Schule und Landkreis nahmen Schulleiter Rolf König und Stefan Häußler vom Landratsamt das Fahrzeug mit Dank entgegen.

In seiner Ansprache anlässlich der feierlichen Übergabe betonte Mühleisen, dass der Einsatz modernster Technik in der Schule Voraussetzung für gute zukünftige Mitarbeiter sei. „Sie können mit dem Fahrzeug alles nutzen, was ein Auto mit aktueller Ausstattung an elektronischen Hilfen für Wartung und Instandhaltung zu bieten hat“ ergänzte Menton in seiner Rede stolz. Der Regensensor, das adaptive Kurvenlicht und die Geschwindigkeitsregelung sind nur ein paar von vielen Ausstattungsmerkmalen.

„Wir sind als Partner der Firmen auf neueste Technik angewiesen“, sagte Schulleiter König in seiner Ansprache und bedankte sich für das Fahrzeug.

Kreisschulamtsleiter Häußler lobte das Engagement des Menton Automobilcenters, das  mit 35 Auszubildenden als mittelständisches Unternehmen eine große Bedeutung habe.

Nun können die Schüler am gespendeten Fahrzeug optimal lernen. Eines werden sie dabei sicherlich bedauern: Das Auto sieht zwar attraktiv aus, hat 6 Zylinder und 230 PS unter der Haube, aber keine Straßenzulassung - eine Spritztour ist also ausgeschlossen.


BMW 128i Cabrio

Joachim Mühleisen, Frank Menton, Rolf König und Stefan Häußler (vlnr) bei der Schlüsselübergabe

Mitsubishi Roboter Übergabe

High Tech Industrieroboter für die Steinbeisschule

ch war selbst mal Schüler an der Steinbeisschule“ freut sich Wolfram Zielke, Vertriebsingenieur der Firma Mitsubishi, der es sich nicht nehmen ließ, einen Roboter der neuesten Generation persönlich an seine ehemalige Schule zu übergeben. „Eine Pneumatikeinheit schiebt Metallstifte nach vorn, die der Roboter dann greift und in die Bohrungen auf einer Platte einsteckt“ erklärt der angehende Techniker Marlon R., der im Rahmen seines Abschlussprojektes an der Fachschule für Maschinentechnik die Arbeitsumgebung mit Pneumatik und Sensorik für den Roboter konstruierte. „Die Schüler aus den Bereichen Industriemechanik und Mechatronik werden aufgrund der realitätsnahen Aufgabe  mit dem Roboter hoch motiviert arbeiten“, ist sich R. sicher.
Der Schulleiter der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule, Rolf König, bedankte sich für die Unterstützung durch Wolfram Zielke und die Firma Mitsubishi. Ohne diese Unterstützung sei die Beschaffung so schnell nicht möglich gewesen. Nicht nur die Schüler, auch Industrie und Handwerk würden durch die verbesserte Ausbildung in Robotertechnik profitieren.

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                                               Rolf König (links) mit dem angehenden Techniker Marlon R. und Wolfram Zielke, dem Vertreter der Firma Mitsubishi bei der Übergabe des Roboters